Sonntag, 12. Juli 2015

Sprachexplosion - Pass auf, was du sagst Mama!

Die Sprachentwicklung unseres Käferles (fast 18 Monate alt) schreitet rasant voran. Sie plappert beinahe jedes Wort nach, das sie hört. Aufgrund dieser Sprachexplosion heißt es nun, die eigenen Worte mit Bedacht zu wählen.
Zwar wird es sich auf Dauer nicht vermeiden lassen, dass sie Schimpfwörter aufschnappt, aber zumindest wir Eltern sollten uns unser sprachlichen Vorbildwirkung bewusst sein.
Dazu zählt nicht nur, was wir sagen, sondern auch wie wir es sagen. 

Wir haben uns bewusst dazu entschieden mit unserer Tochter im Dialekt zu sprechen, da wir Mundart als wertvolles Kulturgut betrachten und nicht als Sprache 2. Klasse. Häufig benenne ich Dinge aber auch in der Standardsprache, sodass das Käferle im Prinzip zweisprachig aufwächst. Da ich selbst hauptsächlich in unserer Mundart spreche, wirke ich so in der Kommunikation mit dem Käferle authentischer, was mir sehr wichtig ist. Sorgen, dass sie beim Schreiben- und Lesen lernen dadurch benachteiligt ist und es schwieriger für sie ist, mache ich mir nicht. Ich bin selbst mit Dialekt groß geworden und habe mir beim Lesen- und Schreiben lernen leicht getan.
Ab und zu kommt es dadurch zu kleinen sprachlichen Missverständnissen. Da sie vor Kurzem mit Oma einen Marder bei einem Auto gesehen hat, kennt sie das Wort "Marder" gut. Es ist Teil ihres aktiven und passiven Wortschatzes. Vor einigen Tagen mähte ein Bauer eine Wiese und wir schauten dabei zu. Auf meine Anmerkung im breitesten Dialekt da maht er (= dort mäht er), schaute mich das Käferle aufgeregt an. Dann hielt sie Ausschau nach dem Marder und ich erklärte ihr schmunzelnd das Missverständnis.

Die Textkompetenz des Käferles lässt mich auch oft staunen. Diese zeigt sich beim Anschauen- und Durchblättern von Büchern.
Bereits vor einigen Monaten hat sie das Lesen entdeckt, also dass da Worte stehen (geschriebene Sprache), die wir vorlesen. Sie nimmt häufig unsere Finger oder den eigenen Zeigefinger und fährt damit in Leserichtung die Wörter entlang und möchte sie vorgelesen bekommen. Sie hat auch schon mitbekommen, dass ein Wort aus einzelnen Buchstaben/ Zeichen besteht und möchte oft beim Hinzeigen den jeweiligen Laut von uns hören. Daraus hat sich bei uns irgendwie ein lustiges Spiel entwickelt.
Dass in Büchern Geschichten stehen mit Anfang und Ende hat sie auch bereits entdeckt. Oft blättert sie ein Buch rasch durch ohne es wirklich anzusehen und sagt nach der letzten Seite "aus".
Oder sie "liest" selektiv und schaut sich nur eine bestimmte Stelle im Buch an, die sie gerade interessiert.

Erstaunlich was so ein Kleinkind bereits alles weiß und gelernt hat.

Kommentare:

  1. Hallo Gertraud!
    Bei uns läuftt es sehr ähnlich - wir sprechen auch im Dialekt mit unserem Tiger, aber viele Wörter werden immer wieder in Hochdeutsch benannt - diese Mischung passt sehr für uns :)
    Das mit den Texten ist wirklich faszinierend - dafür interessiert sich unser Tiger noch gar nicht *hihi* vielleicht kommt das noch.. Im Moment werden Bilder geguckt, alles benannt und fleißig geblättert, aber Texte werden ignoriert ;-)
    Lg Ricarda

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  2. Hallo!
    Die Texte waren hier auch lange uninteressant und die Bilder interessieren sie nach wie vor mehr. Vermutlich spürt sie die Lehrerin in mir, hihi...
    Glg

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