Freitag, 24. April 2015

#meineGeburtmeineEntscheidung - Hausgeburt, Spontangeburt oder Kaiserschnitt?

Meiner Meinung nach ist es das gute Recht jeder werdenden Mutter über die Umstände der bevorstehenden Geburt selbst entscheiden zu dürfen. Leider werden Frauen häufig schlecht oder unzureichend beraten oder gar zu etwas gedrängt. In Deutschland kämpfen die Hebammen darum, dass Hausgeburten auch künftig möglich sind (klick). Hier könnt ihr nachlesen wie Hausgeburten in Österreich geregelt werden. Der Anteil an Hausgeburten in Österreich ist verschwindend gering, wohingegen die Zahl der Kaiserschnitte enorm zunimmt.


Nachdem ich gestern einen Blogbeitrag über die Doku "Meine Narbe - Ein Schnitt ins Leben" gelesen habe, musste ich mir diese gleich in der Mediathek von 3sat ansehen. Der Film hat mich sehr berührt, die Erzählungen der Frauen, die sich um die Geburt betrogen fühlen, sind mir sehr nahe gegangen.
Ich kann sie verstehen, denn obwohl die Geburt meiner Tochter, die ich spontan entbunden habe, sehr schmerzhaft war (hier geht es zum Geburtsbericht), möchte ich diese Erfahrung nicht missen. Ich habe die Kontrolle über den Geburtsvorgang behalten, ICH habe mein Kind zur Welt gebracht. Beim Kaiserschnitt WIRD das Kind vom Ärzteteam zur Welt gebracht, die Mutter wird in eine passive Rolle gedrängt. Die Mütter, die im Film zu Wort kommen, fühlten sich als unmündige Zuseher bei der Geburt des eigenen Kindes.
In der Dokumentation kommen keine Befürworter des geplanten Kaiserschnittes zu Wort. Der Kaiserschnitt wird als positive Errungenschaft dargestellt, sollte eine wirkliche medizinische Indikation vorliegen. Es werden einige Zahlen und Fakten zur Kaiserschnittsrate in Österreich genannt, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. In Österreich entbinden mittlerweile etwa 30% per Kaiserschnitt, obwohl dieser vielleicht nur bei zirka 15% notwendig gewesen wäre. Die Tendenz zum Kaiserschnitt ist steigend, es wird zunehmend zum Trend. Viele Frauen glauben, dass ein Kaiserschnitt weniger schmerzhaft ist als eine Spontangeburt. Spontangeburten sind häufig angstbesetzt, denn sie sind nicht planbar. Aus Furcht vor den Wehen und der scheinbar unkontrollierbaren Spontangeburt, entscheiden sich vermehrt Frauen für den sicheren Kaiserschnitt, einen Routineeingriff, den sie in den Kalender eintragen können. Dabei wird nicht vorhergesehen, dass ein Kaiserschnitt ebenso schmerzhaft sein kann und zur körperlichen Narbe auch eine seelische Narbe hinzu kommen kann. Die Mütter im Film erzählen alle vom Gefühl, das Wichtigste verpasst zu haben, nämlich die Geburt des Kindes. Es fiel ihnen anfangs schwerer das Kind anzusehen, es anzunehmen und eine Beziehung aufzubauen.
Die Mütter geben sich für den Geburtsverlauf zum Teil selbst die Schuld, sie bereuen sich zu wenig informiert zu haben. Vielen wurde von ärztlicher Seite zum Kaiserschnitt geraten. Die Mütter sprechen sich für eine selbstbestimmte Geburt mit Unterstützung einer einfühlsamen und erfahrenen Hebamme aus.
Diesen Wunsch kann ich so gut verstehen. Zum Glück hatte ich meine Mama zur seelischen Unterstützung mit im Kreißsaal und bin an eine sehr junge liebe Hebamme gekommen, die mich eigentlich nur gut angeleitet hat, mir gut zugesprochen hat und mir die Geburt überlassen hat. Ich habe mich hervorragend betreut gefühlt und wusste ich werde das schaffen.
Hebammen sind eine nicht durch Ärzte zu ersetzende Berufsgruppe, die durch die vermehrten Kaiserschnitte leider weniger praktische Erfahrungen bei komplizierten Geburtsverläufen sammeln können.
Warum raten Ärzte zum Kaiserschnitt? Ist es die Angst vor Klagen, sollte bei einer komplizierten Geburt etwas schief gehen? Profitieren Kliniken von einer höheren Operationsrate?
Die Ärzte und Hebammen sollten der werdenden Mutter Gehör schenken und sie selbst bestimmen lassen. Wenn ein Kaiserschnitt medizinisch wirklich notwendig wird, sollte er selbstverständlich durchgeführt werden und auch wenn sich einen Frau SELBST und ganz bewusst dafür entscheidet.
Das Gleiche sollte für eine PDA gelten.
Werdende Mütter sollten umfassend informiert werden, damit sie selbstbestimmt und kompetent über ihre Geburt entscheiden können. Für eine Betreuung nach der Geburt durch eine Hebamme sollte auch gesorgt werden. Viele Erstgebärende brauchen kompetente Stillberatung und fachmännischen Rat durch eine Hebamme.

Wir brauchen die Hebammen!
Wir brauchen Selbstbestimmung!

Hier noch ein kleiner Buchtipp.

Was meint ihr?
Wie habt ihr entbunden?


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