Dienstag, 27. Januar 2015

Ab in den Süden - Familienurlaub anno dazumal


Familienurlaub ist so eine eigene Sache und verläuft nicht immer reibungslos. Das war in den Siebzigern so, in den Achtzigern auch, ebenso in den Neunzigern und hat sich bis heute nicht geändert.
Gerne Folge ich dem Aufruf von Frau Mutter zur Blogparade #Familienalbum und gewähre euch einen exklusiven Einblick in unser Familienleben anno dazumal. Ausgewählt habe ich die Szene Wir fahren auf Urlaub.... und ein Foto, von dem ich nie gedacht hätte, es einmal freiwillig zu zeigen. Viel Spaß beim Lesen!

Modesünde der frühen Neunzigerjahre

Familienurlaub anno dazumal
Da ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, musste immer einer zu Hause sein, um die Tiere zu versorgen. Das war mein Vater, der entweder gleich zu Hause blieb und uns nur zum Zug brachte oder bis zu den Großeltern nach Kärnten, wo wir meistens Urlaub machten.
Wer hier auf einen sonnigen Karibikurlaub gehofft hat, den muss ich leider enttäuschen. Für so etwas würde mein Vater kein Geld ausgeben, denn
zu Hause ist es doch am Schönsten. 
Ich hätte gegen Abenteuerurlaub in Australien oder Strandurlaub auf Hawaii nichts einzuwenden gehabt, meine Mama vielleicht auch nicht. Meist hieß es aber:
Da musst du mal den Papa fragen.
Außer unseren Kärnten- Familienurlauben haben wir es zwei Mal an die Obere Adria geschafft. Diese Urlaube unternahmen wir, weil das Klima sich positiv auf das Asthma meines älteren Bruders auswirken sollte. Ich erinnere mich bloß, dass er sich einen mega Sonnenbrand geholt hat und aus dem Stockbett gefallen ist, der Ärmste. Jedenfalls durfte ich so das Meer kennenlernen :-)
Berichten möchte ich aber von den Autofahrten zum Urlaubsort. Ich bin ja ein sehr organisierter und pünktlicher Mensch, was aus den gegenteiligen Eigenschaften meiner Mutter resultiert. Ihre last minute Hektik vor Abfahrt ist mir noch in grauenhaften Erinnerung, vor allem wenn wir einen Zug erwischen mussten. Mein Vater wartete bereits abfahrbereit im Auto und meine Geschwister überließen es mir, die Mama zur Eile anzutreiben. Kurz vor der geplanten Abfahrt, als alle mehr oder weniger gepackt hatten und am Klo waren, wuselte sie mit gerade gewaschenen Haaren durchs Haus, fütterte schnell noch einmal die Katze, goß die Blumen, suchte irgendwelche Sachen, überprüfte, ob alle Fenster geschlossen sind, der Herd ausgeschaltet, die Tür abgeschlossen usw.
Heute leuchtet mir ja ein, dass es hektisch sein muss, als Mutter mit vier Kindern zu verreisen...
Als wir eigentlich schon längst hätten losfahren müssen, begann meine Mama erst ihre Sachen zu packen. Mamaaaa jetzt beeile dich, wir verpassen den Zug...
Es war wirklich nur meiner stetigen und penetranten Dränglerei zu verdanken, dass wir meistens den Zug erwischten. Da muss ich mich wirklich selber dafür loben.
Wenn wir dann endlich eingepfercht in unserem Toyota Corolla saßen, rasten wir mit einem Affenzahn und unter Missachtung einiger Verkehrsregeln und Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung zum Bahnhof. Selbstverständlich waren wir nicht angeschnallt.
Lustig hatten wir es auch, wenn mein Vater uns bis nach Kärnten brachte, unter anderem natürlich deshalb, weil wir Dank unserer Mutter den Zug verpasst hatten. Ein pädagogisch besonders wertvolles Spiel, das wir uns ausgedacht hatten, hieß Susi abschießen und stieß besonders unserer Mutter übel auf. Es ging darum, unsympathisch aussehende Autoinsassen (Susis) abzuschießen. Mit unseren Händen formten wir Pistolen und wir untermalten das Geschieße natürlich mit den passenden Geräuschen.
Da es auf der Strecke viele Tunnels gab, entwickelten wir noch ein weiteres tödliches Spiel. Mit der Einfahrt des Autos in den Tunnel, musste die Luft angehalten werden, möglichst bis zum Ende des Tunnels. Wer atmen musste, hat verloren und war "tot".
Heute denke ich, meine Eltern haben die Spiele toleriert, weil wir so nicht ständig fragten:
Wann sind wir endlich da?
Und zu unserer Entschuldigung: Wir hatten ja noch keine Smartphones zum Spielen, wir mussten ja noch kreativ sein!

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